Fast das Ziel verpeilt… doch dann schlägt ein Unimog sie alle

Die Siegerzeit der 14. Rallye Breslau hätte noch besser sein können. Aber auch so ist das Ergebnis eine Sensation.

s44-45_NewsEigentlich hielten die Schwarzhemden vom niederländischen Team 4×4 Service Valkenburg im Zielbereich nervös Ausschau nach der Pkw-Konkurrenz. Dabei parkt der Gesamtsieger schon längst neben dem gelben Valkenburg-Toyota: groß, grau, sauschnell und – ein Lkw! Das gab’s noch nie: Ein Truck gewinnt die Gesamtwertung der Rallye Breslau, verbläst 148 Pkw und 49 Trucks und sogar noch eine Menge Bikes. Dabei verhinderte ein finaler Irrtum eine noch bessere Zeit: Sie verwechseln einen Kontrollpunkt mit der Zielkontrolle 100 Meter weiter, parken den Raketen-Mog im Niemandsland. Dann plötzlich Hektik, Helm auf, rein ins Auto, anschnallen und gaaanz schnell über die Ziellinie fahren. Puuh, noch mal gut gegangen. Gewonnen!

Buchstäblich hart: die Breslau 2008. Trockene, betonharte Pisten, undurchsichtiger Staub. Dämpferbrüche, abgeknickte Stabilisatoren und gebrochene Achsen. Aber auch heftige Schlamm- und Sumpflöcher und tiefe Wasserdurchfahrten müssen durchkämpft werden – typisch Breslau eben! Geile „Vorspeise“ am Messegelände von Dresden: Steilkurven, Verschränkungspassagen, Wasserlöcher und sogar ein Abschnitt durch eine alte Schlachthofhalle hindurch! Aufregender Prolog für Akteure und die vielen Tausend Zuschauer. Märchenhaft der Showstart am Sonntag auf der historischen Augustusbrücke vor der weltberühmten Barock-Kulisse von Dresden, als Rallye-Legende Walter Röhrl die Teilnehmer auf die lange Reise schickt.

Von Dresden in die Tropen: Sponsor Tropical Islands war Gastgeber des ersten Abschnittes. Weiter nach Polen, wo die allseits gefürchteten Pisten und Schlammlöcher warten. Erstmals führt ein Teil einer Wertungsprüfung durch die Stadt Zagan. Pikante Note: Die Polizei hat ein Radar installiert, blitzt jeden Starter. Die haben mulmige Gefühle: „Durften wir hier eigentlich voll Stoff geben?” Aufklärung gab’s am Abend im Camp. Eine offizielle Abordnung überreicht den Teams die Blitzfotos – und für die jeweils Schnellsten jeder Klasse einen Pokal. Gelungener Gag! Weniger spaßig die sumpfigen Wiesen , die jetzt auf die Teams warten. Erfahrungen mit Winde und Seil sind gefordert. Oder gute Kontakte zu den Truck- Piloten. Die ziehen dich entweder aus dem Schlammassel raus oder du hängst dich schon vorher an, lässt dich mit durchschleifen. Spätestens jetzt waren die meisten Geländewagenfahrer dankbar für die Trucks im Feld. Im dichten Staub hinter einem dieser Monster ist die Freunde schnell wieder erstickt. Ein Teilnehmer bringt’s auf den Punkt: „Hier gibt es zwei Rallyes. Eine vor und eine hinter den Trucks!” Stimmt am Ende nicht ganz: Da gilt nur noch die Version „hinter” – wenigstens wenn es um den Gesamtsieger geht. Für die Organisatoren kam der Truck-Gesamttitel völlig überraschend. Aber: Für „Not”-Fälle hält Orga-Chef Klaus Leihener einen neutralen Pokal bereit. Den kann er jetzt Jürgen und Andreas Hellgeth überreichen. Platz zwei gesamt und damit schnellster Pkw: der gelbe Toyota aus Valkenburg. Mit Holger und Sonja Brauwers aus Niedersachsen fuhr ein weiteres Unimog-Team unter die Gesamt-Topten. Und bei den Lkw machte das MZB-Team aus Limbach-Oberfrohna den Unimog-Triumph komplett. Die große Truck-Klasse ging an Peter und Markus Niedergesäß aus Cottbus. Mit an Bord und damit Rallye- Novize: Ex-Trial-Europameister Jan Borzym! Ob der jetzt auch Rallye-Blut geleckt hat?

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